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Ich habe viel erreicht und war auch in meinem Beruf als Sekretärin sehr erfolgreich. Gut zu sein ist aber nicht immer genug. Viele Tätigkeiten haben Grenzen. Nur für meinen Vorgesetzten alles perfekt zu machen, zu organisieren und ja nichts vergessen war für mich selbstverständlich doch nicht unbedingt ein Vorteil. Ich konnte nie wirklich stolz auf meine Arbeit sein, denn eigentlich stand immer ein anderer Name darunter.

Ich war auch Lehrlingsausbilderin und habe zu meinen Schutzbefohlenen immer gesagt, dass sie im Leben nur erfolgreich sind, wenn sie ein Ziel vor Augen haben und dieses auch verfolgen. Werde in einer Sache Meister, erst dann beginne etwas Neues. Sonst verliert man sich und kommt zu gar nichts. Etwas abschließen, so wie ein Koch ein Gericht fertig stellt bevor er ein neues beginnt. Eine meiner Lehrlinge hat sich meine Worte zu Herzen genommen. Sie hat vor einiger Zeit den Kontakt zu mir gesucht. Wir haben uns getroffen und sie hat mir erzählt, dass sie nach abgeschlossener Lehre ein Jahr nach Amerika ging, um die Sprache zu vervollkommnen. Danach hat sie in einem Betrieb in Österreich wieder zu arbeiten begonnen. Sie hat schnell erkannt, dass ihr mit ihrer Ausbildung als Bürokauffrau eine Grenze gesetzt ist. Andere sagen ihr, was zu machen ist. So machte sie eine technische Ausbildung und ist heute aus Frau Ingenieur in einer Entwicklungsabteilung in leitender Funktion mit guter Bezahlung und interessanten Aufgaben beschäftig. Mich freut es, dass meine Ratschläge sie zu diesem Weg ermutigt haben.

Mach es ganz oder gar nicht. Dieses Sprichwort finde ich passend.   Halbheiten – egal in welchem Bereich des Lebens – schaffen keine Befriedigung.