Fast täglich mache ich einen Spaziergang mit den Hunden. Mein Weg führt mich über die Dorfstrasse und einem Feldweg entlang von Äckern und Wiesen, Wassergräben und einem kleinen Fluss. Auch durch ein kleines Waldstück und wieder zurück nach Hause. Eigentlich recht romantisch. Die Hunde können sich austoben und ich kann meinen Gedanken nachhängen. Je nach Jahreszeit und Wetter liegt der besondere Reiz im Anblick der Natur. Im Frühjahr das Erwachen der Fauna und Flora, im Sommer das Reifen der Feldfrüchte, im Herbst die Ernte. Die Blätter der Bäume und Büsche entlang des Flusses und im Wald färben sich von hellem Gelb bis zum dunklen Rot. Auch der Winter, wenn Bäume und Sträucher vom Raureif überzogen sind und die Sonnenstrahlen darin glitzern, ist die Landschaft wie ein Märchenbild. Je nach Jahreszeit sehe ich die Grenzen zwischen den Grundstücken. Besonders im Herbst wenn die Felder abgeerntet werden und die umgebauten Furchen glänzen fällt auf, dass Grenzen überschritten wurden.
Dann taucht für mich immer wieder die Frage auf „Grenzen überschreiten !?“ Ja, es kann gut und nützlich sein. Doch nicht in jedem Fall. Es gibt Menschen, die setzen sich über alle Grenzen hinweg, nur um ihre Eigenen Interessen durchzusetzen. Aber es ist auch oft notwendig Grenzen zu überschreiten, um höhere Ziele zu erreichen, im Sport, Leben zu retten, Neues zu entdecken. Alles hat eine Grenze: das Leben, der Leistungssport, die Gesundheit, Hilfswerke, die Kariere, Länder ……. Ich blicke im Vorbeigehen auf den Grenzstein und hänge meinen Gedanken nach. Grenzen überschreiten?