Aus aktuellem Anlass denke ich über die Bedeutung des Wortes „Sozialschmarotzer“ nach. Oft leichtfertig dahingesagt, manchmal bewusst eingesetzt, um was zu erreichen?
Auf jeden Fall ein brisantes politisches Schlagwort. Es wird angewendet für einen Einzelnen oder eine Gruppe von Menschen, die eine andere soziale Gruppe „ausbeuten“.
Zum Beispiel:
- Menschen, die unberechtigt Sozialleistungen beziehen
- Menschen, die „schwarz arbeiten“ und zusätzlich Sozialleistungen beziehen
- Menschen, die in hohem Umfang Steuern hinterziehen oder ihren Mitarbeitern nur so geringe Löhne zahlen, dass diese zusätzlich Sozialleistungen beziehen müssen um die Lebenshaltungskosten aufbringen zu können.
Gelegentlich wird die Bezeichnung Sozialschmarotzer in Medien und politischen Debatten auch ganz allgemein auf Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger, Langzeitstudenten und Asylanten angewendet. Sozialschmarotzer wird unterstellt, dass sie das soziale Gefüge ausbeuten und sich auf Kosten anderer leben, ohne notwendigerweise darauf angewiesen zu sein.
Ich persönlich neige eher dazu, Personen, die nur Schwarzarbeit leisten und solche, die bewusst ihre Gesundheit zerstören und rücksichtslos alle Angebote ausnutzen, aber selbst nichts für ihre Gesundheit tun, zu dieser Gruppe zu zählen. Aber selbstverständlich alle Leistungen für sich fordern.
Z.B.: Eine KFZ-Versicherung kann und wird nicht mehr auszahlen als eingezahlt wurde. Wer nichts einzahlt bekommt auch nichts. Natürlich tragen Medien mit ihren Sensationsberichten in Einzelfällen dazu bei, dass negative Stimmungen geschürt werden und in der Öffentlichkeit Sozialneid entsteht. Besser wäre, aufzuklären, dass es z.B. gut ist eine Krankenversicherung zu bezahlen und nicht zu brauchen, als ohne Versicherung im Krankheitsfall auf Almosen angewiesen zu sein. Ich meine, wir sollten mehr über die positiven Seiten sprechen als immer nur negative Emotionen verbreiten. Ein bisschen mehr WIR und weniger ICH. Geteilte Freude ist doppelte Freude.