Natürlich war es nicht immer so. stressig. Es war nur die Zeit in der die Kataloge im Frühjahr bzw. Herbst an die Haushalte ausgeschickt wurden. Zwischenzeitlich hatten wir Zeit für Späße und den üblichen Büroklatsch. Eine eigene Zeremonie war die Gehaltsauszahlung am Monatsletzten. Natürlich nach Arbeitsschluss stellten sich die Mitarbeiter an und bekamen von der Inhaberin ein Kuvert mit dem Bargeld und der Abrechnung. Nach Entnahme des Geldes und Lohnstreifens wurde dann am Kuvert mit der Unterschrift die Übernahme bestätigt. Die erste Auszahlung, erstes eigenes Geld, das war schon ein Erlebnis. Auch etwas Stolz war dabei und Unabhängigkeit. War ich doch bis zum Eintritt in mein Berufsleben von den Eltern abhängig. Auch gab es noch keine Kinderbeihilfe. Endlich konnte ich mir Dinge leisten, die bis dahin unmöglich waren. Ein Kinobesuch, Seidenstrümpfe und ein Fahrrad. Gespart musste natürlich auch ein kleiner Teil werden. Diese neu gewonnene Freiheit brachte auch ein größeres Selbstwertgefühl. Meine Arbeit machte mir Spaß obwohl wir damals eine 42 Stundenwoche hatten. Jeden Samstag bis 13.00 Uhr gearbeitet haben anschließend mit dem Zug nach Hause gefahren und die letzten 9 Kilometer mit dem Fahrrad. Fitness war gleich gratis dabei.