Der Palmsonntag gehört zu den Festen, die mich immer wieder an meine schöne Kindheit erinnern. Da hat mein Vater – bis zu seinem Tod vor drei Jahren – Palmzweige für uns gebunden. Meine Schwester und ich haben genau darauf geachtet, dass keine von uns einen kleineren Palmbuschen bekam. Doch die Zeiten haben sich geändert und jede von uns wollte nur mehr einen ganz kleinen haben. Der Ablauf dieses Tages hat sich bis heute in meiner Heimat nicht wesentlich geändert. Die Segnung der Palmzweige erfolgt vor einer Kapelle außerhalb des Ortes. Danach ziehen in einer feierlichen Prozession Musikkapelle, Kirchenchor, Ministranten und Pfarrer sowie Vereine und die Bevölkerung in die Kirche ein als Erinnerung an Jesu Einzug in Jerusalem. Eine schöne Tradition oder auch eine Botschaft für uns?

Neben der Vorfreude auf das Osterfest beginnt am Palmsonntag für Christen und Christinnen die Karwoche. Zeit, in der man über Wesentliches im Leben nachdenken kann. Sucht doch jeder Mensch nach einem Idol, einem Menschen, den er vertrauen kann, nach dem Sinn seines Lebens.

Es gibt ein Lied:  „Ich weiß, dass einer mit mir geht, der auch im Leid zu mir steht, der mich zu allen Zeiten kann begleiten.“ Und das ist es doch, was jeder von uns möchte.