Heute hatte ich Gelegenheit, bei einem Reitturnier als Zuschauer und Beobachter dabei sein zu können. Ich kann zwar nicht reiten, liebe und bewunderte aber Pferde sehr. Ihr elegantes Aussehen und die stolze Haltung sind einfach herrlich anzusehen. Nachdenklich schweifen die Gedanken vom Turnierplatz ab und fliegen in die Vergangenheit der Pferde. Die große Rolle des Pferdes ist ausgespielt. Die Zeiten, in denen zur Eroberung fernen Länder benötigt wurde und sich auf den Schlachtfeldern behauten musste, sind lange vorbei. Auch auf den Bauernhöfen stehen heute Maschinen. Ein Pferd im Straßenverkehr (Postkutsche, Bierlieferwagen, Militär- und berittene Polizei etc.) gibt es fast nicht mehr. Nur der Pferdesport hat nichts von seiner Anziehungskraft eingebüßt. Im Gegenteil, er boomt zurzeit. Natürlich ist der Kauf und die Haltung eines Pferdes kostspielig und war besonders in früheren Zeiten der Oberschicht vorbehalten. Vornehme Jagdclubs veranstalteten Treib- und Schleppjagden. Aber auch im Sport wird das Pferd eingesetzt. Schon die römischen Wagenrennen fanden gefallen. Trabrennen, Springturniere und Distanzritte werden immer beliebter. Die Dressur des Pferdes gehört zu den Höhepunkten der Reitkunst. Die Spanische Hofreitschule gibt uns in der Hohen Schule der klassischen Reitkunst ein beeindruckendes Beispiel. Das Pferd wurde durch den Menschen domestiziert und würde, könnte es selbst entscheiden, sicherlich lieber in freier Wildbahn in Herdenverbänden leben und über weite offene Graslandschaften und Steppen galoppieren als über Hürden springen.

Pferde sind gutmütig, freundlich, genügsam und bei entsprechender Behandlung ausgesprochen lernfähig. Meine Gedanken kehren wieder zurück zum Turnierplatz und ich frage mich, wofür würden sich die Tiere entscheiden hätten sie die Wahl?