Von der christlichen Seite einmal abgesehen, was bringt Pfingsten für uns. Ein verlängertes Wochenende? Arbeitsfreie Tage, Zeit um endlose Feste zu feiern, einen Ausflug mit dem Motorrad zu machen. Das Wetter ist recht gut. Verstärkte Verkehrskontrollen, um die traurige Bilanz der Verkehrsopfer zu reduzieren. Worum geht es in diesem uralten Fest? Wissen wir das noch, oder sollten wir die Feiertage abschaffen wie so viele Produktionsbetriebe gerne möchten.

Ich persönlich bin im wohlverdienten Ruhestand. Wochentage, Feiertage spielen keine so große Rolle mehr. Also was bringt mir das Pfingstfest in meinem persönlichen Lebenszyklus? Zuerst einmal die Erfahrung, dass ich innehalten und neu Kraft tanken kann. Wenn ich niedergeschlagen und traurig bin erlebe ich immer wieder, dass ich neue Energie erhalte. Freude in mein Leben kommt und ich die vor mir liegenden Tage mit Sinn erfüllen kann.

Unser Gartenzaun ist fertig. Wunderschön, gemacht von einem Experten. Der Garten sieht richtig toll aus. „Paradies classic“ Ein mustergültiger kultivierter Landhausgarten, sagt sogar mein Nachbar. Das Gemüse, die Kräuter und Blumen zeigen eine würzige Vielfalt. Ich kann nur sagen, willkommen in meinem Gemüse und Kräuterreich. Kräuter zaubern feine Aromen in köstliche Speisen, die betören mit duftenden Blättern, helfen mit heilenden Inhaltsstoffen und schmücken Gartenbeete mit ihrer bezaubernden Blütenpracht. Die Multitalente  muss man einfach kennenlernen und lieben. Auch in Töpfen auf der Fensterbank verbreiten sie ihre unverwechselbaren Aromen. Kräuter sind eine Augenweide, ganz gleich ob die Pflanzen buschig oder überhängend, kissenförmig oder strauchartig wachsen, sie verwandeln das Aussehen jedes Gartens individuell. Der klassische Nutzgarten kann durch das malerische Beiwerk von frischen Würzkräutern ein wahres Eldorado für Hobbyköche sein. Damit sich der Garten auch farblich in Szene setzen kann, pflanzt man Tagetes, Ringelblumen, Kapuzinerkresse, Borretsch und blühenden Schnittlauch dazwischen. Die essbaren Blüten können als malerische Dekoration auf den Mittagstisch kommen. Eine ganze Reihe von Kräutern erweist sich als Beeteinfassung: Ysop, Bohnenkraut, Salbei und Thymian kann dafür verwendet werden. Je hektischer der Alltag, desto größer die Sehnsucht nach Erholung und Stille. Ein Spaziergang durch den morgendlichen oder abendlichen Garten erfreut das Auge und die Sinne. Der feine, aufsteigende Duft der Kräuter belebt die Sinne und wirkt wohltuend auf Körper und Geist. Mein Garten ist schön und nützlich.

Sinnvolles Wirtschaften baut auf Respekt. In jedem einzelnen Menschen steckt das Potenzial zur Veränderung der Welt. Die Krise, die wir jetzt erleben, ist eine Krise des Geldes, eines unverantwortlichen Kapitalismus. Der Traum von Einkommen ohne Leistung ist geplatzt. Geld kann nicht ohne weiteres einfach Geld erzeugen. Die Krise gibt uns aber auch die Chance für eine neue Sichtweise. Frische Ideen für neue wirtschaftliche Modelle, die im dem Menschen dienen und nicht ausbeuten. Wirtschaft soll nicht der Gier einzelner, sondern dem Wohl aller, Menschen, Tiere und Umwelt, dienen. An erster Stelle steht der Respekt vor allen. Vom Produzenten bis zum Konsumenten. Wir dürfen nicht den Kopf in den Sand stecken, wir müssen hinschauen, wie unsere Lebensmittel produziert werden, wie Menschen dafür arbeiten und bezahlt werden. Aber auch Unternehmer sollten auf das Wohlbefinden und die Entwicklung der Mitarbeiter achten. Wir leben nicht auf einer Insel. Wir sind mit Millionen von Menschen verbunden und auch abhängig. Wir tun gut daran, uns diese Vernetzung in unserer globalisierten Welt bewusster zu machen. Die aktuelle Krise zeigt, wie alles zusammenhängt. Am Schluss bezahlt die Gemeinschaft für die Gier unverantwortlicher Manager, Banker und Politiker. Wir können die Verantwortung nie abschieben. Jeder einzelne ist verantwortlich dafür wie unser Zusammenleben funktioniert. Auch unsere Kinder sollen noch eine lebenswerte Zukunft haben. Wer also menschlichere Zustände will, muss bei sich selbst beginnen.

Ich mag den Wald. Er ist einzigartig, das Kühle, das Dunkle, das Mystische. Der Wald, seine Gerüche, seine Geräusche, die gute Luft und seine Stimmen sind einzigartig und in jedem Wald auf dieser Erde anders. Auch gibt es Delikatessen wie Beeren, Pilze und die Wild. Doch Wald ist nicht nur Friede und Harmonie, er unterliegt einem steten Wandel. Natur kann auch rau sein. Unwetter, Schnee und Stürme können große Verwüstungen anrichten. Rücksichtslose Rodungen führen zu Verkarstungen und

Schon mein verstorbener Vater hat den Wert „seines“ Waldes sehr geschätzt. Er hat ihn gehegt und liebevoll gepflegt. Wenn es die Zeit erlaubt hat, ist er in den Wald gegangen und hat uns Kinder mitgenommen. Es war immer toll, einen Pilz zu finden und etwas über die Natur zu erfahren. Unser Waldstück war auch sehr idyllisch. Ein klarer Buch, abgestorbene Bäume und große Moospolster. Es gab immer etwas zu entdecken. Ein Fuchsbau, Fische im Bach, ein aufgescheuchtes Reh und ein davoneilender Hase.

Ich denke, viele Menschen haben heute wenig mit Natur zu tun. Studien belegen, dass nur jeder dritte Schüler zwischen 12 und 15 Jahren jemals einen Käfer oder Schmetterling auf der Hand hatte.

In Zeiten der Krise suchen viele Anleger eine natürliche Wertanlage. Wenn es wirtschaftlich nicht so gut läuft, gibt der Wald Sicherheit. Doch wenn das Ökosystem Wald durch die Auswirkungen des Klimawandels, Anstieg der Temperatur, zerstört wird, werden auch diese Werte vom Menschen selbst vernichtet. Es gibt als tausend Gründe, um achtsam mit der „natürlichen Wertanlage Wald“ umzugehen.

Sonntag, alle Menschen die Lust haben sind zur Nepomukfeier in die Schatzmühle geladen. Unser Homöopath Dr. Wagner und seine Gattin laden alljährlich zum Fest des hl. Nepomuk ein. Künstler, Ärzte, Politiker, Journalisten, Freunde, Musiker, Patienten und Nachbarn, alle kommen gerne. Nach einer einleitenden Begrüßung durch den Hausherrn wird  eine kleine Andacht mit unserem Pfarrer abgehalten. Auch eine schon traditionell gewordene Gesangsgruppe singt zum Abschluss ein italienisches Lied. Nicht besonders gut aber mit großer Beigeisterung.  Im Anschluss ladet die Familie Wagner alle anwesenden zum Buffet in die Schatzmühle. Musik, gutes Essen und Getränke sowie interessante Gespräche warten auf die Gäste. Es ist immer anregend, den eigenen, gewohnten Kreis zu erweitern und andere Berufsgruppen, Meinungen und Erfahrungen kennen zu lernen. Das Spektrum geht über Philosophie, Gesundheit, Kunst und Politik, also über Gott und die Welt.

Heute Montag war wieder Farmarbeit angesagt. Nach dem wohltuenden Regen war der Garten zu pflegen. Pflanzen geschnitten und Beete gejätet werden. Ein Garten macht zwar viel Arbeit aber auch eine Menge Freude. Knackiger Salat und viele Kräuter können schon geerntet werden. Das Gemüse schmeckt herrlich, kein Spritzmittel und kein Düngemittel. Es ist ein gutes Gefühl. Wenn ich morgens beim Frühstück aus dem Fenster schaue, sehe ich direkt in meinen Kräuter- und Gemüsegarten. Blumen wachsen natürlich auch dazwischen. Der Anblick ist Balsam für die Seele und gut gegen Langeweile. Ich finde, jeder sollte einen Garten haben.